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31. Juli 2015

Schullandheim // Herr Sohnemann hat viel zu erzählen

Herr Sohneman(10) verbrachte mit der 4. Klasse eine Woche im Schullandheim. In Österreich.

Heute habe ich ihn leicht übernächtigt, aber voller Erinnerungen und Eindrücke an der Schule abgeholt. Auf der Heimfahrt im Auto sprudeln die verschiedenen Erlebnisse nur so aus ihm heraus.
Er erzählt und erzählt, ohne Punkt und Komma.

Schön war´s dort. Und nicht weit hinterm Haus gab es sogar eine alte Kirchen-Ruine, wo sie spielen durften.

Und dann war dort ein Weg, der "Todespfad" genannt wird. Dort durften sie nicht hingehen, weil hier vor einigen Jahren zwei Kinder spurlos verschwunden sind, und nie wieder gefunden wurden.

Während er bereits über andere Dinge, wie Seifenkistenrennen und Silberbergwerk erzählt, denke ich mit Gänsehaut über diesen Todespfad nach, und dass es ein recht schauriger Ort für ein Schullandheim ist... so mit Ruinen und mysteriösen Wegen ohne Wiederkehr...




Am Nachmittag besucht uns ein Klassenkamerad, wir sitzen gemeinsam am Küchentisch und er erzählt ebenfalls begeistert von der Landschulheim-Woche in Österreich. Auch er erwähnt den "Todespfad", woraufhin mich erneut ein Grusel erfasst.

Ich sage mit Grabesstimme: "Oh-ja, davon habe ich gehört! Dort sind zwei Kinder verschwunden und nie wieder aufgetaucht!"

Daraufhin blickt mich der Schulfreund meines Sohnes verwundert an und meint: "Kinder? Wieso Kinder? Ich habe mit der Herbergs-Mutter gesprochen, und die erzählte mir von zwei Rindern, die dort verschollen sind."



*****



Weiterhin erzählen die Jungs begeistert, dass sie am letzten Abend bis 22:00 Uhr Party machen durften. So richtig discomäßig mit fetter Musikanlage.

Ob sie dann auch getanzt hätten, frage ich.

Ja klar, das war lustig, sagen sie.

Leider wollte die Lehrerin, dass sie einen Pärchentanz mit den Mädchen tanzten - das sei blöd gewesen.
Da in der Klasse doppelt so viele Jungs, wie Mädels sind, mussten die Mädchen jeweils zweimal tanzen...

"Und weißt Du Mama, was der L. dann gemacht hat", lacht Herr Sohnemann auf einmal. "Er hat sich von Kopf bis Fuß mit Zeckenspray eingesprüht, damit die Mädchen mit ihm nicht tanzen mögen. Leider musste er dann aber trotzdem tanzen."

"Und der G.", erzählt mein Junior weiter, "der hat sich einfach geweigert und saß während dem ganzen Lied in der Ecke und murmelte vor sich hin, dass er die Lehrerin verklagen wolle."


*****


Der Freund erzählt außerdem: "Und einmal, da mussten wir vier Stunden lang zu so einem doofen See wandern. Und als wir dort ankamen, durften wir nur eine halbe Stunde auf den Steinen Brotzeit machen, weil das Wasser zum Baden zu kalt war."

"Ja genau!", ergänzt Herr Sohnemann. "Und eigentlich wäre dort auch ein tolles Freibad gewesen, aber wir sind nicht hin, weil der Eintritt zu teuer war. Also mussten wir wieder vier Stunden zurück laufen."

Ich wundere mich: "Ihr seid an diesem Tag also 8 Stunden gewandert? Das ist ganz schön viel!"

Die Jungs nicken eifrig und meinen dann: "Das fanden wir auch! Und das haben wir im Abschlussgespräch auch der Lehrerinn gesagt, aber die meinte dann, dass wir nirgendwohin länger als eine Stunde gelaufen wären."

Ah-ja. Alles klar.


*****


Voll cool fanden die Jungs den morgendlich Kaba zum Frühstück. Der schmeckte viel besser als daheim, sagen sie. "Weil die dort nämlich jeden Morgen die Milch von den eigenen Kühen frisch gemolken haben. Sogar mit der Hand, ohne Maschinen!".



Und dann hatten die Lehrer für die Kinder eine witzige Überraschung vorbereitet: Sie durften mit einem Team Erwachsener vor Ort ihre eigenen Seifenkisten bauen, bunt besprühen und als krönenden Abschluss in einem Rennen gegeneinander antreten.

"Das war total geil!", erzählen die Jungs.

10. Juli 2015

Schnappschüsse & Kindermund

Habe eine neue Jeans. Ganz trendbewusst habe ich mir die Hosenbeine umgeschlagen, und betrachte das Resultat, gemeinsam mit meinen Booties vor dem Spiegel. Als Fräulein Tochter (12) vorbeikommt, frage ich sie: "Schau mal, geht das so?".

Sie rollt entnervt die Augen und meint: "Mama, entspann dich mal! Nur weil du alt bist, siehst du trotzdem gut aus!"
Fräulein Tochter liebt übrigens Fußmassagen über alles - und streckt mir bei jeder Gelegenheit die Füße erwartungsfroh entgegen... (und JA, sie hat Schuhgröße 42!)
Bild oben: lecker Omlett neulich beim Mädels-Frühstück

Bild unten: Yoda mit Stock, wie immer

10. Januar 2015

Frühstück // Dinkel-Vollkornbrötchen

Endlich habe ich ein Rezept für Semmeln mit Gelinggarantie entdeckt!


Wer hier regelmässig mitliest weiß, wie oft mir Hefeteig schon misslungen ist... ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Großer für mich!
Die Brötchen schmecken frisch aus dem Ofen einfach göttlich, sogar mein Jüngster - Gesundheitskostverweigerer aus Prinzip - aß heute morgen gleich zwei Semmeln zum Frühstück.
Ein besseres Kompliment gibt es nicht, das spricht für sich.

Da ich das Rezept minimal verändert habe, teile ich hier gerne diese "Variante" mit Euch:


Was wird gebraucht?

500g Dinkel-Vollkornmehl
2,5 TL Salz
1 Päckchen Trockenhefe
390 ml warmes Wasser

Wie habe ich´s gemacht?

Mehl, Salz und Hefepulver mit einem Schneebesen in einer Schüssel vermischen, anschließend das warme Wasser dazugegeben und alles mit den Knethaken eines Mixers zu einem festen Teig verarbeiten.

Nun den Teig noch einmal kräftig mit beiden Händen durchwalken, zu einer großen Rolle formen und in 8 Portionen teilen.

Aus den Teigbatzen (mit trockenen Händen) kleine Brötchen formen und auf ein mit Backpapier vorbereitetes Blech setzen.
Die Semmeln mit einem Küchetuch abdecken und 20 Minuten in der warmen Küche gehen lassen.


Tipp: Die Küchentüre und die Fenster in der Zeit geschlossen halten, um Zugluft zu vermeiden. Ja, ich habe in der Vergangenheit viele Fehler mit Hefe gemacht...


In der Zwischenzeit den Backofen auf 150° Umluft vorheizen.

Zuletzt die Brötchen 25 Minuten backen - sie sind fertig, wenn sie sich beim Draufklopfen hohl anhören.


*****


Als die Brötchen gerade im Ofen waren und die ganze Küche herrlich nach Backstube roch, kam Fräulein Tochter schnuppernd in die Küche. Sie blickte in den erleuchteten Backofen und rief erstaunt:
"Ui, gibt es heute Vollkorn-Knack-und-Back?!"

Soviel zum Selberbacken im Hause Papagena... *seufz*

17. Oktober 2014

Sohnemanns Lieblingsessen // Pfannkuchen

Fragt man unseren Räuberhauptmann, was er sich zum Essen wünscht, bekommt man mit großer Wahrscheinlichkeit "Pfannkuchen" zur Antwort.

Die sind lecker - die gehen immer. 
Mit Puderzucker, mit Zimtzucker, mit Apfelmus, mit Marmelade, mit Ahornsirup oder mit Nutella.
Neulich überraschte ich ihn Sonntagsmorgens, indem ich vorschlug, Pancakes zum Frühstück zu machen... ob er mir helfen wolle?

Natürlich, denn Pfannkuchen sind nicht nur lecker - Teig anrühren und ausbacken ist ebenfalls toll!

Begeistert machte sich Herr Sohnemann ans Werk, und nachdem ein stattlicher Stapel Pfannkuchen ausgebacken war, rief er seine Schwester zum Frühstück:

"Komm schnell essen, es gibt Pfänn-Cakes!"
Ich habe es mir übrigens zur Gewohnheit gemacht, Pfannkuchenteig ohne Zucker zu machen. Zum Einen schaufeln die Kinder sowieso genug Zuckerzeug auf den Eierkuchen, bevor er verspeist wird,

zum Anderen kann ich am nächsten Tag aus den Resten eine Frittaten-Suppe machen, die gleichermaßen beliebt ist im Hause Papagena. Ha, zwei Fliegen mit einer Klappe - so geht Supermom!

8. Oktober 2014

Im Restaurant // Kindermund

Wir sitzen mit den Kindern, frisch gekämmt und sauber angezogen, im Restaurant. Eines dieser Lokalitäten, wo man Essen auf schönen Keramiktellern bekommt, echte Blumen auf dem Tisch stehen und Stoffservietten bereit liegen.

Säfte und Wasser wurden bereits gebracht, wir stoßen auf einen schönen Abend an und warten, an den Getränken nippend, auf unsere Speisen.

Beschwingt nähert sich ein Kellner und serviert uns kleine Süppchen in futuristischen Gläsern, verkündend: "Ein kleiner Gruß aus der Küche, die Herrschaften."


Fräulein Tochter starrt ihn unverwandt an und meint entrüstet: "Das haben wir aber nicht bestellt!"

2. September 2014

Veränderungen in der Pupertät // Kindermund

Fräulein Tochter (11) befindet sich mittlerweile mit allen Höhen und Tiefen in der Pupertät.
Das ist für sie aufgregend und spannend, manchmal auch beängstigend.

Neulich betrachtete sie ihre Füße in den Sandalen und rief auf einmal empört: "Ach-nö! Jetzt bekomme ich sogar Haare auf den Fußzehen!"

Daraufhin meinte der kleine Bruder (9) trocken: "Wer weiß? Vielleicht verwandelst du dich in einen Hobbit?"

18. August 2013

Der Fantasie freien Lauf lassen {Spiel im Wald}

Es duftet nach Harz, Tannennadeln und Moos. Kann es sein, dass es sogar nach Pilzen riecht? Jetzt schon?

Der schmale Pfad zwischen den Bäumen federt leicht, als wir ihm folgen, aufgeregt schnuppernd zieht die Hündin ihre Nase über den Boden. Aus den Baumwipfeln hier und da ein Vogellaut, ein leises Zwitschern, Piepen, Gurren und Schnalzen.
Aus den trockenen Gräsern der Lichtungen ertönt das schrille Zirpen der Grillen - ist es immer so laut hier?
Mit Ästen werden Räume geschaffen. Hier ein Schlafzimmer und dort bei der alten Wurzel ist die Küche. Eine Lücke bedeutet die Eingangstüre, ach, und eine Vorratskammer gibt es auch!
Eifrig wird diese mit Vorräten gefüllt: haufenweise Tannenzapfen, Steine, Ästchen, Blätter und Blüten.

Man besucht sich gegenseitig in den Waldrefugien, treibt Tauschhandel und geht auf die Jagd.
Der Hund soll dem Förster gehören, der bist du.
Oder er ist ein wildes Tier, vor dem man sich schützen muss.
Oder ein zahmer Wolf, den man im Wald gerettet und groß gezogen hat - genau, und der beschützt jetzt uns.

Wir hätten keine Eltern mehr und müssten uns selbst versorgen. Aber das wäre kein Problem, weil wir schon 13 und 16 wären, ja?
Und du könnest auch voll gut Karate und ich würde schon Geld verdienen. Ab und zu würde unsere Oma nach uns sehen - aber wohnen würden wir hier alleine.

9. August 2013

10 geteilt durch 3 = voll ungerecht!

Am Ortsrand gibt es ein Feld, dort wachsen Blumen zum Selberpflücken. Pro Blume 0,30 Cent. Ein großes Schild am Straßenrand weist einen schon von Ferne darauf hin - doch wenn man täglich mit dem Hund daran vorbei geht, kommt man auch von alleine drauf.
 
Leider hatte ich jedes Mal entweder
 
kein Geld einstecken, um legal pflücken zu dürfen,
 
 
oder
 
die Blüten hatten sich in der Dämmerung geschlossen (wer pflückt schon, wenn man die Pracht nur erahnen kann),
 
oder
 
es war zu heiß, um den Hund in der Sonne anzubinden
 
oder
 
zu nass nach dem Regen
 
 
oder - oder - oder.
 
***
 
Neulich dann endlich die Gelegenheit:
 
Nach dem nächtlichen Regen schien freundlich die Sonne,
die Kinder begleiteten mich,
die Temperatur war für den Hund zumutbar
und Geld hatte ich auch eingesteckt.
 
Ich reichte jedem Kind eines der aufgehängten Messer und sagte: "Jeder darf drei Blumen schneiden."
 
Freudig nahmen sie das Werkzeug entgegen und schlenderten mit kritischem Blick zwischen den Blumenreihen übers Feld.
 
Sohn: "Mama, darf ich die hier?"
 
Ich: "Klar, welche du willst!"
 
Tochter: "Ich will eher die hellen Farben, die finde ich schöner!"
 
Ich: "Wie es dir gefällt, mein Schatz! Aber achtet darauf, dass ihr auch Stiel daran lasst, für die Vase!"
 
Sohn: "Mama, darf ich auch die weinroten Blumen pflücken?"
 
Ich: "Auch die, aber bei drei Stück ist Schluss, ja?"
 
Tochter: "Ich habe meine schon!"
 
Sohn: "Ich auch."
 
Ich: "Ich auch."
 
 
***
 
Ich lasse die Kinder 3,00 EUR in die Kasse werfen.
 
Sohn: "Jetzt haben wir aber zu viel bezahlt!"
 
Ich: "Nö - 10 Blumen kosten 3,00 EUR."
 
Tochter: "Mama, wieviele Blumen hast du gepflückt?"
 
Ich:" Vier."
 
Sohn:"Dann hast du aber mehr wie wir!"
 
Tochter: "Boah, das ist voll ungerecht!"
 
Ich: "Himmelherrgottnochmal! Genauso ist es doch gerecht - für Euch!" 
 
***
 
Kriegt Ihr auch manchmal graue Haare bei dem Versuch, für die Kinder alles "gerecht" zu gestalten... oder beäugen sich am Ende nur meine Kinder immer so misstrauisch?


6. Juni 2013

Es rumpelt und pumpelt in meinem Palast...

Ich hätte nie gedacht, dass mich Staub, Dreck und Baustellenlärm eines Tages so glücklich machen würden.
Unter gegebenen Umständen freue ich mich gerade wie ein Schnitzel, dass sich im Garten was rührt...
Der Zementmischer läuft auf Hochtouren, es wird geschaufelt, geschleppt und geschuftet. Heute abend kommt der Beton für die neue Terrasse - welch ein Spektakel!
Herr Sohnemann beobachtet das Treiben vom Balkon aus und würde am liebsten mitwerkeln.
Tja, Eltern haften für ihre Kinder... daher Pech gehabt.
Das Wetterchen ist so herrlich, dass ich zum ersten Mal in diesem Jahr meine Flip-Flops anziehen konnte. Auf dem Hundespaziergang durchs hohe Gras ziehe ich dennoch meine Gummistiefel vor. Wegen der Zecken.
Unser Junior macht in der Schule gerade in der Kochwerkstatt mit und kam gestern mit einem Rezept für Gemüsedip heim. Klar, dass wir sogleich Quark, Kräuter und Gurke einkaufen mussten, damit das Gelernte zu Hause kredenzt werden konnte.
Besonders süß fand ich das Zettelchen, das er für uns neben die Schüsseln legte - darauf stand:
 
Bedint Euch!
 


15. Mai 2013

Deutsche Sprache {schwere Sprache}

Familie Papagena sitzt gemeinsam am Mittagtisch, fast alle haben aufgegessen.
Fast.
Herr Sohnemann stochert als Letzter in seinen Nudeln herum.
Fräulein Tochter (10) fragt:
"Mama, darf ich aufstehen?", und entdeckt im selben Augenblick, dass der kleine Bruder noch nicht fertig ist.
"Ah, du isst noch!", bemerkt sie und bleibt sitzen.
 
 
Beinahe zeitgleich schiebt sich Herr Sohnemann die letzte Gabel in den Mund, und seine Schwester korrigiert sich:
"Ah, du isstest noch!"
 
 
Lachend schlage ich vor:
"Also wenn schon, dann heißt es: du aßest noch."
 
 
Fräulein Tochter zuckt gleichgültig mit den Schultern und antwortet: "Ach Mama, du weißt doch, dass ich es nicht so habe mit der Deutschen Rechtsprechung."



10. März 2013

Melusine { Loriot }

Als wir neulich gemütlich am Küchentisch saßen, spürte ich, wie sich ein kleiner Schluckauf in mir breit machen wollte...
 
Den Drang zu hicksen unterdrückend, machte ich ein recht lustiges Geräusch, welches mich unweigerlich an Loriots "Lothar Frohwein" erinnerte. Kennt Ihr die Szene, als der Dichter vor seinem Publikum sitzend eine Lesung zum Besten geben möchte... alle Augen blicken gespannt auf ihn, der Saal ist still - und er... hickst laut.
 
Ich machte also dieses Hicks-Geräusch und murmelte gedankenverloren:
"Melusine"
 
***
 
Ohne von ihrem Teller aufzublicken, antwortete Fräulein Tochter (9) vollkommen ernst:
"Kraweel,kraweel."
 
Ich schwöre Euch, dass ich beinnahe eine halbe Stunde vor Lachen nicht mehr an mich halten konnte. Niemals hätte ich gedacht, dass dem Tochterkind diese Szene aus "Papa ante Portas" überhaupt im Gedächtnis geblieben ist!
 
***

Liebt Ihr auch die vielen Werke von Loriot?

3. Januar 2013

Der Zahn ist futsch

Als ich neulich Herrn Sohnemann von der Schule abholte, kam er mir im Flur entgegen, blutüberströmt.
Das Blut klebte ihm auf den Lippen, zwischen den Zähnen und rann ihm aus dem Mundwinkel - ein übler Anblick!
 
Ich ganz erschrocken: "Oh-je, was ist denn mit dir passiert?"
 
Seine Lehrerin, die ihn etwas hilflos am Arm hielt, antwortete:
"Äh ja, das war so: er hat sich gerade in der Garderobe mit einem Freund gebalgt (= Rauferei nur so zum Spaß) und dabei wurde ihm der Schneidezahn ausgeschlagen. Es blutet aber ganz schön dolle, oder?"
 
Ich daraufhin erleichtert: "Ach so, das war der Wackelzahn! Der hing nur noch am seidenen Faden - wir wunderten uns schon, warum er nicht längst rausgefallen war!"
 
Ich schnappte den kleinen Vampir und wusch ihm auf der Schultoilette das Blut aus dem Gesicht. Schon sah das Ganze nur noch halb so schlimm aus. Ich fragte ihn, ob es weh täte, er sagte nein.
 
Wir gingen also zur Garderobe zurück (alle Kinder waren bereits abgeholt worden, oder zum Essen in der Mensa)um Jacke und Schuhe anzuziehen und nach Hause zu fahren.
 
Plötzlich brach Herr Sohnemann in Tränen aus.
 
Ich so: "Hast du jetzt doch Schmerzen? Sollen wir zum Zahnarzt fahren?" und nahm ihn in den Arm.
Doch er stammelte ganz verzweifelt: "Nein, mir tut nix weh! Aber mein Zahn ist weg! Ich wollte ihn doch aufheben! Er müsste hier irgendwo auf dem Boden liegen - wir müssen ihn suchen!"
 
"Also ehrlich!", rief ich empört. "Ich möchte gerne nach Hause. Ich habe Mittagessen gekocht und Hunger und werde jetzt bestimmt nicht auf allen Vieren auf dem dreckigen Boden rumrutschen um einen Milchzahn zu suchen!"
 
***
 
Anschließend rutschte ich eine halbe Stunde auf allen Vieren auf dem dreckigen Fußboden einer Schulgarderobe herum und suchten zwischen matschigen Gummistiefeln und miefigen Hausschuhen, zwischen Pausenbrotbröseln und Kaugummis, zwischen klebrigen Saftflecken und Kieselstreu (es hatte geschneit und die Gehwege waren gestreut worden) nach einem kleinen, winzigen weißen Milchzahn.
Vergebens!
 
Schluchzend und heulend stand Herr Sohnemann neben mir und rotzte all seinen Weltkummer heraus. Ich kann mich nicht erinnern, ihn jemals verzweifelter gesehen zu haben.
 
Nach 30 Minuten verlor ich endgültig die Geduld und meinte:
"Weißt du was? Ich glaube, dass der Zahn in Deinem Bauch gelandet ist. Wahrscheinlich hast du ihn versehentlich verschluckt, und wenn ich noch bis heute Abend hier herumkrieche, werde ich ihn trotzdem nicht finden!"
 
Elend und Pein!
 
***
 
Ob ich ihn am Ende trösten konnte?
 
Ja, indem wir loszogen, und eine kleines, winziges Döschen aus Metall besorgten, auf der ein Zahn mit Gesicht abgebildet ist *klick*. Dieses wartet nun daheim in seinem Setzkasten auf den nächsten Wackelzahn.
Der wird bestimmt nicht verschluckt, der wird aufgehoben!
Ich habe es ihm versprochen.

23. Dezember 2012

StarWars in der Krippe

Wie lange Herr Sohnemann nun schon vom StarWars-Fieber infiziert ist, kann ich nicht mehr genau sagen - es kommt mir vor wie eine kleine Ewigkeit.
 
Er hatte StarWars auf der Schultüte *klick*,
es hängen zwei riesige Jediritter-Plakate an seiner Zimmertüre,
er hat diverse Raumschiffe aus Lego,
sowie einige Vintage-Figuren, die ich annodazumal auf Ebay ersteigert hatte,
er hat Krieg-der-Sterne-Heftchen,
zwei prall gefüllte Sammelkarten-Alben,
einen StarWars-Löffel aus einer Cerealien-Packung,
ein StarWars-Lexikon mit Informationen zu sämtlichen Filmen, Hintergrundinformationen und Einblick hinter die "Kulissen",
er hat die StarWars-Trilogie (die mit dem jungen Harrison Ford) auf DVD, sowie sämtliche Folgen als Hörspiel.
*
*
*
Es vergeht kein Tag, an dem er mir nicht irgendwelche unglaublichen Geschichten übers Imperium, die guten und bösen Jedi-Ritter erzählt - ich muss mich manchmal wirklich zwingen, mir all das immer wieder anzuhören. Ein großes Thema, das kein Ende zu nehmen scheint!
 
In seiner Schule war er die letzten Wochen in einem Nachmittagskurs, der sich mit dem Thema "Weihnachten in anderen Ländern" befasste. Begeistert erzählte er mir zu Hause, dass sie gemeinsam an einer Krippe bauen, und hierfür jedes Kind eine Krippenfigur basteln dürfe.
 
Endlich ein anderes Thema, dachte ich angetan, und erkundigte mich neugierig, welche Krippenfigur denn seine Schöpfung werden würde.
 
Er meinte daraufhin bedeutungsvoll:
 
"ICH bin für den Josa verantwortlich!".
 
***
 


19. Dezember 2012

26 Jahre

Als wir neulich in einer gut bürgerlichen Gaststätte einkehrten, betrachteten wir, während wir auf unser Essen warteten, die vor uns liegenden Bierdeckel. Ein grauhaariger Herr war darauf abgebildet, darunter stand:
"Prinzregent Luitpold von Bayern 1886 - 1912"
 
Herr Sohnemann, der Mathematik ganz toll findet, rechnete:
"Mama, der Prinzregent ist 26 Jahre alt geworden".
 
"Quatsch!", sagte der Liebste, und rechnete selbst mal nach, kam aber zu keinem anderen Ergebnis.
 
"Quatsch!", sagte ich und drehte und wendete den Bierdeckel, während ich überlegte. "Niemals ist dieser Mann auf dem Bild 26 Jahre alt!" Ich dachte weiter nach: "Andererseits sind die Menschen damals nicht so alt geworden - vielleicht sahen sie deshalb füher alt aus?"
 
Herr Sohemann sah sich das Bild an und meinte dann zu mir:
"Also Mama, da siehst Du mit fast 40ig viel besser aus!"
 
***
 
Der arme Prinzregent!
Die Wahrheit über ihn steht übrigens hier *klick*

11. September 2012

Der Weg ist das Ziel... oder so

Heute habe ich einen letzten Sommerferien-Ausflug mit den Kindern gemacht. Da meine Mutter uns begleiten wollte, trafen wir uns vormittags bei uns zu Hause, um von dort aus zu starten.
 
Um 10:29 Uhr saßen wir also zu viert im Auto vor unserem Haus, um zu unserem Tagesausflug aufzubrechen.
 
Das Mittagessen für den Liebsten stand auf dem Herd bereit,
der Rucksack lag gepackt im Kofferraum,
die Kinder saßen angeschnallt auf der Rückbank,
meine Mutter hatte es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht und diktierte mir die Zieladresse,
die ich konzentriert ins Navigationssystem eintippte.
 
Während ich Ort und Straße eingab, rief Herr Sohnemann auf einmal von hinten:
 
"Mama, wann sind wir endlich da?"

***

Wohlgemerkt: wir waren noch nicht einmal losgefahren!

4. Juli 2012

7-Jähriger schreibt seinen ersten Kriminalroman


"ein dip sprinGt Aus den gebüsch.
Paul Schleckt in KAo.
der dib wacht Auf er schist auf Paul.
er ruft die Pulisei an.
Sie kommT fahaften den dip.
Der dip Pricht aus.
er ruft seine cumpels An.
Si springen aus dem gebüsch und enfüren Paul und Paul Springt. Aus dem Fenster. die Pulisei Ferhaften die dibe."

***

Na? Gänsehaut?
Ich auch (nicht nur wegen der Rechtschreibung)!

3. Juli 2012

In Freundschafsbücher schreiben...

In Klasse 1a gehen Feundschaftsbücher um.

Wir nannten das früher ja Poesie-Alben und konnten Sprüche, Gedichte oder gute Wünsche freihand eintragen... gespickt mit vielen kleinen Aufklebern war das doch ganz nett...

***

Die Bücher heute sind leider komplett vorgedruckt.
Ein Feld fürs Foto links oben, erinnert an Bewerbungsunterlagen.

Standartfelder, wie "ich heiße"
"ich wohne"
"Lieblingsessen"
"Lieblingsfilm"
"meine Lehrerinn heißt"
machen das Ganze recht unspannend.

Das akutelle Freundebuch hat Herr Sohnemann aber von einem Mädchen zugesteckt bekommen, ein Prinzessin Lillifee-Buch... hübsch rosa glitzrig...

Da gabe es folgende Frage:
"Was würdest Du auf einen Feen-Ball mitnehmen?"
Sohnemanns Antwort:
"Da würden mich keine 10 Pferde hinkriegen!"

Auf die Frage "Was magst du überhaupt nicht?" antwortete er:
"Knutschattacken auf dem Pausehof".

***

Das Mädchen wird sicherlich entzückt sein, über diesen netten Eintrag ihres ersten Schulschwarms...

1. Juli 2012

Küssen verboten!


Als ich Herrn Sohnemann (7) neulich von der Schule abholte, erzählte er mir, dass ihn ein Mädchen aus seiner Klasse dauernd ärgern würde.

Ich fragte ihn, was sie denn mache, wenn sie ihn ärgere.
Er sagte, sie jage ihm immer hinterher.

Ich fragte etwas belustigt, was sie denn von ihm wolle, wenn sie ihm nachjage - ob sie ihm am Ende gar knutschen wolle?

Da wurde Herr Sohnemann ganz verlegen und meinte, genau das wolle sie.

Ich spielte die Empörte und sagte, er solle ihr beim nächsten Mal schöne Grüße von Mutti ausrichten: ich hätte wohl momentan (abgesehen von Papa) das alleinige Hoheitsrecht, ihn zu knutschen!

Sohnemann überlegte kurz und meinte dann, dass er es auch der großen Schwester ab und zu gestatten würde, die Küsserei. Sofern sie nicht gerade streiten...

***

Ts, die Jugend heutzutage!

14. Juni 2012

kieferorthopädisches Update


Ach, wie bin ich doch erleichtert!

Wir haben den Verlust der Spange reumütig gestanden und Frau Kieferorthopädin hat überhaupt nicht geschimpft!

Bloß einen Abdruck gemacht, um eine neue Spange zu fertigen.
Außerdem ist das Ende der Zahnbehandlung deutlich in Sicht, der Erfolg zufriedenstellend.
Wenn das mal keine guten Nachrichten sind!

***

Wenn Fräulein Tochter etwas größer ist (also mit ca. 12 oder 13 Jahren), wird der zweite Teil der Zahnbehandlung folgen, heißt feste Spange. Bis dahin kann sie sich wieder frei bewegen.

Ich allerdings werde mich wohl in der Zwischenzeit mit Kind No.2 durch die gleiche Behandlung quälen müssen...

Das sind Dinge, die einem Keiner gesagt hat, als man randvoll mit Glückshormonen seine erste Schwangerschaft zelebriert hat und später auf Wolke Sieben schwebte mit dem duftenden Baby im Arm!

10. Juni 2012

Cocktail für Mama

Obwohl heute Sonntag ist, saß ich mal wieder im Büro... das war natürlich nicht besonders erfreulich.

Zur Aufmunterung kamen die Kinder ins Büro mit einer selbstgeschriebenen Cocktailkarte, aus der ich mir etwas Leckeres aussuchen durfte.
Ich muss schon sagen: die Karte las sich sehr geschmackvoll!
Da ich aber einen recht guten Überblick über unsere Vorräte habe, wusste ich, dass die meisten Zutaten gar nicht zur Hand waren.
Ich entschied mich daher für Herrn Sohnemanns Cocktail
Süse pupen - sehr geheimnisvoll, nicht wahr?
Süse pupen
Lekeres getrenk miT apel.

***

"Süße Puppen"
Ein leckeres Getränk mit Apfel.

Nur 5 Minuten später brachte mir ein sehr stolzer Siebenjähriger ein großes Glas mit folgendem Inhalt:

Apfelsaft
Traubensaft
Wasser
Honig
Süssstoff

dazu, auf einem separaten Teller:
eine trockene Reiswaffel.

Was will man mehr?

Der Cocktail war gut... ETWAS zu süß, aber lecker.
Die Reiswaffel war hauptsächlich staubig und trocken... aber ich kann froh sein, dass er mir nicht statt dessen eine Scheibe Salami dazu reichte - man weiß ja nie, was ihnen so einfällt, den lieben Kleinen.