8. Juli 2015

Schnappschüsse & Alltagsgeplänkel

Momentan ist das Leben kein langer, ruhiger Fluss... sondern eher ein rauschender Wildbach. Termine und Erledigungen prasseln auf mich ein, irgendwo dazwischen versuche ich weiterhin, meine innere Mitte zu spüren. Einatmen - ausatmen.
Das grandiose Sommerwetter machte meine Lauf-Runden tagsüber unerträglich, so dass ich oft um 5:00 Uhr aufstand, und die kühle Morgenluft für meinen Sport nutzte. Das klappte ganz gut, allerdings musste ich dafür abends etwas eher ins Bett - irgendwo fehlte dann doch die Stunde Schlaf.

Abends eher ins Bett zu gehen, ist für mein Wohlfühl- und Abnehmvorhaben gar nicht so doof... wie heißt es so schön: wer schläft, sündigt nicht.

An meinen Klamotten merke ich deutlich, dass ich weiterhin Gewicht verloren habe - da ich die Waage meide, weiß ich bisher aber nicht, wieviel. Es bleibt spannend!

*****

Herr Sohnemann hat für die Schule eine sogenannte "Wichtig-Mappe". Darin werden zu unterschreibende Schulaufgaben, Zeugnisse und Elternrundschreiben zwischen Schule und Daheim transportiert. 

Beim Durchsehen fand ich neulich einen Zettel, auf dem das Kind notiert hatte, wie es sich sein Leben in 15 Jahren vorstellt.
Ich liebe, liebe, liebe solche Fundstücke!
 
Heute Nacht hat es heftig gewittert - und ich dadurch kaum ein Auge zugemacht. Zuerst konnte ich nicht einschlafen, weil es zu schwül im Schlafzimmer war, und später, weil es durch die weit geöffneten Fenster hereinregnete. Da wäre nun endlich die kühle Luft gewesen - und dann mussten wir die Fenster schließen, um nicht nass zu werden... Zudem kamen zu verschiedenen Zeiten heute Nacht die Kinder und auch Yoda zu uns an Bett, da sie wegen des Unwetters wach geworden waren.

Ich denke, heute ist ein guter Tag für ein kleines Mittagschläfchen.
Nachdem es heute morgen einige Grad abgekühlt hat, kann ich einigermaßen eträglich im Büro sitzen und mich der anstehenden Buchhaltung widmen.
Zwei Dinge passierten fast zeitgleich wie durch ein Wunder im Hause Papagena:

1. Das Tochterkind verspürte zum ersten Mal von sich aus das Verlangen, ihr Zimmer aufzuräumen. Ganze zwei Tage lang mistete sie aus, sortierte neu und räumte auf - am Ende waren sogar die Regale komplett abgestaubt, und alle Dinge ordentlich verstaut.
Ich war dermaßen entzückt über diese unerwartete Entwicklung, dass ich ihr anschließend vor Freude darüber ein kleines Geschenk machte.

2. Herr Sohnemann verspürte zum ersten Mal von sich aus das Verlangen, Trompete zu üben. Seit einigen Tagen übt er nun regelmässig seine kleinen Stücke, und weil er gerade so viel Spaß daran hat, spielt er sogar noch mehr Lieder aus seinem Notenheft - allerdings sind das Weihnachtslieder.
Ich bin aber dermaßen entzückt über diese unerwartete Entwicklung, dass ich vor Freude Weihnachten im Hochsommer in Kauf nehme und wir über eine erste, eigene Trompete zu Weihnachten nachdenken.
Momentan spielt er auf einem Leih-Instrument.

Und weil es so schön passt, muss ich an dieser Stelle ein afrikanisches Sprichwort zitieren, welches mir in Bezug auf das Leben mit Kindern schon oft geholfen hat:

"Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

Kommentare:

  1. Schöner Spruch ...stimmt genau , bin nicht so 'kommentierfreudig' schaue aber gerne auf dein Blog ,VG

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    1. Vielen Dank für die netten Kommentare hier, ich freu mich sehr darüber!
      Papagena

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  2. Liebe Papagena,
    das ist aber schön zu lesen, du hast recht mit deinem Spruch, genau so ist es.

    Hier im Haus hat die große Tochter gerade ihr Abitur bestanden, trotz LRS und auch noch viel besser als erwartet, und besser als einige der Freundinnen, die früher immer viel besser waren.
    Ich hab sie immer darin unterstützt, das sie ein tolles Kind ist, und LRS nicht das Leben bestimmen sollte. Letztendlich sehe ich, das sie eine tolle junge Frau geworden ist und es gut war, das ich sie nicht immer noch extra zum Lernen gezwungen habe ( wie mir viele, auch Lehrer, geraten haben) sondern sie in den Dingen unterstützt habe, in denen sie richtig gut war und die ihr Freude machten.

    Ich finde man muss die Kinder beim Lernen so weit bringen, das sie es allein und für sich tun, und nicht um uns Eltern oder Lehrern oder wem auch immer zu gefallen. Wenn sie merken das sie es für sich tun, ist die Motivation ganz anders, und der Erfolg meistens auch :o))

    Für deinen Sohn hätte ich noch einen Tipp, nach welchem Buch lernt er denn Trompete spielen?
    Unser kleiner ( 10) spielt seit 1 1/2 Jahren Tenorhorn und war im Frühjahr auf einem Bläserlehrgang. Dort spielten sie aus "Die Bläserschule (2) für Posaunenchöre".
    Die Lieder daraus haben uns so gut gefallen, das wir uns gleich im Anschluss auch eine Bläserschule gekauft haben. Die Stücke sind einfach gesetzt und leicht zu spielen. Außerdem ist eine CD dabei, wo man mitspielen kann. Also ich bin davon sehr begeistert, wir haben daraus mit der ganzen Familie "Highland Cathedral" zu Omas Geburtstag gespielt, mit Schlagzeug von der CD und der Kleine am Tenorhorn, der Mittlere am Saxophon, die Große am Fagott und ich mit der Trompete.
    Da dein Sohn ja noch nicht so lange spielt, sollte er vielleicht erst mal mit der Bläserschule 1 arbeiten, die kenne ich aber nicht. Aber die 2 macht wirklich großen Spaß und wenn es ihm gefällt hat er viele verschiedene Möglichkeiten kurze Stücke auch allein zu üben, ohne das es nur Weihnachtslieder sind
    :o)

    guckst du hier:
    http://www.amazon.de/Die-Bl%C3%A4serschule-Band-f%C3%BCr-Posaunench%C3%B6re/dp/3866870159/ref=pd_sim_14_1?ie=UTF8&refRID=0KAPDTJYK1EM8PRHPE03

    Viele Grüße aus Nordhessen, wo heute 13°C herrschen,
    Christina

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  3. Hallo Christina,
    vielen lieben Dank für Deinen netten und so ausführlichen Kommentar!
    Herzlichen Glückwunsch erst eimal ans Tochterkind fürs bestandene Abi - ich habe mich sehr mit Euch gefreut, als ich Deine Zeilen las! Eine tolle Leistung!

    Für den Tipp mit dem Notenheft bin ich Dir sehr dankbar, das ist bestimmt eine gut Anregung, um etwas mehr Abwechslung ins Üben zu bringen.
    Momentan spielt er nach dem Heft "Hören, lesen & spielen". Auch hier ist eine CD beigelegt, damit er mit Begleitmelodie üben kann...
    Zweimal gab es mittlerweile auch Orchesterprobe mit den anderen Kindern - ich denke, dass wir ihm vielleicht noch etwas Zeit geben müssen, bevor wir mit einem anderen Notenheft ankommen.
    Ist aber auf jeden Fall im Hinterkopf gespeichert - wir werden zu gegebener Zeit gerne darauf zurückkommen.

    Liebe Grüße,
    Papagena

    P.S.: Gestern und heute ist es auch bei uns nicht wärmer als 15°C gewesen. brrrr

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  4. Oh, das ist ein ganz tolles Sprichtwort, ich kenne es schon lange, wußte aber bisher noch nicht, dass es aus Afrika stammt! Du schreibst einen schönen blog, ich schaue jetzt öfter mal vorbei! Alles Liebe, Ulrike

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