7. Juni 2015

Bummel übern Rummel // sinnfreies Taschengeldverplempern kann ja so Spaß machen!

Einmal im Jahr haben wir einen Mini-Rummelplatz im Dorf, anbei mit großem Bierzelt. Dort feiert vor allem die fast erwachsene Dorfjugend gerne und ausführlich. Sie feiern den Beginn des Sommers, die erste (oder zweite/dritte) große Liebe, und dass das Leben lockt und die Welt nur auf sie wartet. Vielleicht feiern sie auch das erste selbstverdiente Geld, das erste eigene Auto oder was auch immer - es gibt immer gute Gründe, um zu feiern.

Vereinzelt sieht man nachmittags aber auch Mütter wie mich mit ihren Kids über den Rummelplatz schlendern. Die Kinder klimpern erwartungsfroh mit ihren Taschengeld-Münzen in den Hosentaschen, springen aufgeregt zwischen den Ständen hin und her. Sie machen Dosenwerfen (5 Bälle = 4,00 EUR) und schießen mit Dartpfeilen Luftballons von einer Wand (4 Pfeile = 4,00 EUR).
 Sie kaufen sich Zuckerwatte (2,00 EUR) und fahren Auto-Scooter (1,50 EUR pro Fahrt = ermässigter Kinderpreis).
Sie haben unheimlich viel Spaß, denn im Gegensatz zu mir, haben sie in ihrem Leben noch nicht allzuviele Rummelplätze besucht. Sie grüßen im Vorbeigehen Freunde aus der Schule, und vom Restgeld werden zum Schluss Lose gekauft (1 Los = 0,50 EUR).
Als wir mit klebrigen Fingern und erhöhtem Blutzuckerspiegel nach Hause laufen, haben wir folgende Ausbeute im Gepäck: zwei Stoffrosen mit glitzernden Blütenblättern, einen Radiergummi, zwei glibberige Wurf-Tierchen (solche, die man daheim an den Spiegel werfen kann, und die dann wie Wackelpudding an der glatten Fläche runter rutschen), zwei kleine Matchbox-Autos aus Kunststoff, eine Plastik-Schlange und ein neofarbiges Haarspängchen.
Daheim hat Herr Sohnemann die glohrreiche Idee, das Glibbertier an die weiß gestrichene Wand im Treppenhaus zu werfen. Dort glibbert das Vieh zwar auch ganz hübsch, rutscht aber nicht im Geringsten hinunter, sondern verharrt hartnäckig an Ort und Stelle.

Beim Versuch, das Schleimding von der Wand zu zupfen, zerfällt es in seine atomaren Bestandteile und hinterlässt einen riesigen, neongelben Leuchtfleck an der Wand.

Man möchte die Glibbermasse dem Jahrmarktbudenbetreiber direkt in seinen doofen Lose-Bauchladen schmieren - tut es dann aber nicht. Contenance, nicht wahr?

Kommentare:

  1. Nach meiner Erfahrung kann ich da nur sagen: Glück im Unglück gehabt, das pinke Glibbertier brauchte nämlich zwei Schichten Farbe, bis der Fleck weg ist, bei gelb sollte eine Schicht reichen...

    LG und starke Nerven im Umgang mit Glibbertieren,
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aha, hier scheint jemand auch seine Erfahrung gemacht zu haben?
      Vielen Dank für den Trost - ich werde beim Streichen an Deine Worte denken.

      Liebe Grüße,
      Papagena

      Löschen