9. Dezember 2014

Veränderungen // Wenn die Eltern weg ziehen

Vor zwei Wochen luden meine Eltern zum Sonntags-Brunch in ihre Münchner Wohnung ein. Ein letztes Mal durften wir dort gemeinsam frühstücken und die besondere Gemütlichkeit zwischen Büchern und Bildern genießen.
Mit Sekt und Orangensaft stießen wir auf ihren neuen Lebensabschnitt in Berlin an, der heute begonnen hat. Ein Umzug voller Emotionen, denn neben der Freude auf den Neubeginn war da auch viel Wehmut und Abschiedsschmerz!

Fünf Jahre lang habe ich meine Eltern stets in der Nähe gewusst, konnte mich mit ihnen spontan verabreden und sie als Gäste zu uns einladen. 
Fünf Jahre lang konnte ich bei Bedarf auf ihre Hilfe in der Kinderbetreuung zugreifen - und Bedarf gab es oft genug!

Viele schöne Ausflüge haben wir die vergangenen Jahre gemeinsam gemacht - viel zu wenige, wenn ich nun darüber nachdenke!

Viel zu selten konnte ich meiner Mutter den Wunsch nach einem Stadtbummel erfüllen - zu begrenzt schienen mir die Zeitfenster zwischen Arbeit, Kinder, Hund, Haushalt und diversen Terminen.
Vorletztes Wochenende wurde das Hab und Gut meiner Eltern auf einen Anhänger verladen und in einer Scheune gelagert, während sie die Woche bis zum Umzug bei uns wohnten.
Ich habe die Tage mit ihnen sehr genossen!

Es wurde gelacht und geredet, lecker gegessen, gehandarbeitet und gelesen. Wir haben einen Film angesehen und gemeinsam Büroarbeit gemacht. Opa half dem Enkel bei den Haushaufgaben und baute für die Enkelin ein Regal zusammen,
während Oma fleißig Bügelwäsche bügelte und viele Gassi-Runden mit dem Hund übernahm.
Das Tochterkind häkelte mit Oma um die Wette, woraufhin ich ein neues Armband geschenkt bekam.
Wir verbrachten den 2.Advent gemütlich daheim bei Tee und Plätzchen,
und machten trotz Nieselwetter einen wunderbaren Waldspaziergang.
Heute morgen in aller Frühe sind meine Eltern nun abgereist.

Ich werde eine Weile brauchen, bis ich mich daran gewöhne, sie nicht mehr in der Nähe zu wissen.
Ich werde sie oft und intensiv vermissen.

Sie wohnen jetzt in der Nähe meiner zwei jüngsten Schwestern. Mit ihnen werden sie sich zum Frühstück treffen, Spaziergänge machen und durch die Stadt bummeln.
Im Frühling wird in Berlin ein weiteres Enkelkind geboren, auf das sich alle schon ganz riesig freuen - meine Eltern werden es aufwachsen sehen und lieb haben.

Bestimmt wird meine Mutter der frischgebackenen Mami die Bügelwäsche machen und bei Bedarf die Kinderbetreuung übernehmen.
Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss - hin und wieder aber auch reißend und wild...

Kommentare:

  1. Das ist bestimmt nicht leicht , liebe Papagena , ich kann dich gut verstehen . Aber du kannst sie telefonisch hören und sie besuchen , das kann ich bei meinen Eltern leider nicht mehr .
    Liebe Grüsse Heike

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  2. Liebste Papagena,
    nach allem, was ich bisher über die innige Beziehung zu Deinen Eltern hier im Blog lesen durfte, kullern selbst mir die Tränen, weil sie von Dir wegziehen. Aber dass sie in die Nähe des bald jüngsten Familienmitglieds ziehen (sicherlich, um genauso da sein und alles miterleben zu können wie bei Dir und Deinen Lieben), ......... okay, da kullern bei mir noch mehr Tränen.
    Deine Eltern sind wirklich so großartige Menschen, wie Du schon so oft erzählt hast. Ich freue mich für Dich und Deine Geschwister, dass Ihr so wunderbare Eltern habt! ♥
    Und Dir wünsche ich viel Kraft und immer gute Gedanken, um Dich mit der entstandenen Entfernung arrangieren zu können. ♥♥♥

    Alles Liebe,
    Sonja

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    1. Danke Sonja, für diesen lieben Kommentar - ich freue mich sehr über Deine netten Worte!

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  3. Oh, Du Liebe. Ich verstehe Dich so gut! Geben und nehmen, miteinander sein und loslassen....Prozesse im täglichen Leben. So schön und manchmal doch so schwer! Drücke Dich herzlich. Liebste Grüsse, Frau Schritt

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    1. Genauso ist es!
      Vielen Dank, liebe Frau Schritt!

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  4. Liebe Papagena, jetzt musste ich aber erstmal kräftig schlucken - sehr ergreifender Post! Das ist sicher ein dicker Brocken, der da runtergeschluckt werden muss. Aber ich bin mir sicher, dass die zukünftigen Besuche in Berlin mit ganz besonders viel Vorfreude angetreten werden...
    Ganz liebe Adventsgrüße
    Anja

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    1. Jetzt gibt es zumindest wirklich gute Gründe für eine Reise nach Berlin, wa?

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  5. Uhhh ... das ist traurig für dich.
    Und: Ich würde nie freiwillig von München nach Berlin ziehen ;-)

    Alles Gute deinen Eltern!

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    1. Stimmt, München und Berlin sind zwei ziemlich gegensätzliche Städte...

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  6. Das ist wirklich schwer. Puh, ich hänge auch sehr an meinen Eltern, sie wohnen im gleichen Ort, sind immer für mich da. Darf ich fragen, was der Grund für deine war, so weit wegzuziehen?
    LG, Nane

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    1. Liebe Nane,

      die verschiedenen Gründe für diese Entscheidung werde ich nicht im Internet erläutern - das ist zu persönlich - sorry.
      Ich hoffe, Du hast dafür Verständnis.

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  7. Uff, was für schöne Bilder, was für ein Neuanfang! Respekt!
    Ich lese deinen Blog sehr gerne und hab einen richtigen Kloß im Hals, weil ich gut verstehe, dass du traurig bist.
    Man bekommt einen ganz anderen Blick auf seine Eltern, sobald man selbst Kinder hat. Ich vermisse meine Eltern seitdem viel mehr, sie wohnen 1 1/2 Std. entfernt und meine Schwester hat das Glück sie bei sich zu haben. Darum beneide ich sie sehr. Aber klar haben die auch viel mehr Reibungen miteinander,...
    Was aber dann wiederum auch ganz toll ist: Unsere beiden Kinder können in den Ferien zu Oma und Opa fahren :-) Das kenne ich aus meiner Kindheit und es ist wirklich etwas ganz tolles, so eine 2. Heimat zu haben.
    Bei uns ist es eine ländliche, zweite Heimat, ein echtes Urlaubsgebiet.
    Ihr wohnt ja praktisch in einem solchen, von daher ist die Wahl deiner Eltern doch ziemlich cool als Kontrast.
    Liebe Grüße,
    Melanie

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  8. Ich bin auch ganz berührt von diesen Bildern. Deine Eltern sehen mit so wachen, jungen Blick in die Kamera. Ich kann die Trauer gut verstehen. Viele Grüße xeniana

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