19. Mai 2010

Papagena neben sich

Ich bin mir nicht sicher, ob es am voranschreitenden Alter liegt.
Meine Schwiegermutter indessen schon, als ich ihr erzählte, was mir die letzten zwei Tage passiert ist:

Gestern in aller früh wachte ich auf und konnte nicht mehr einschlafen. Ein Blick auf den Wecker am Nachttsich: 4:30 Uhr!
Je verzweifelter ich versuchte, wieder einzuschlafen, desto wacher wurde ich.
Den Kopf voller Gedanken rund ums neue Haus, den Umzug, die Finanzen, Bank- und Notartermine, und daran, was ich alles noch sauber machen muss, damit ich die Wohnung guten Gewissens an die Nachmieter übergeben kann ...

Nach dem Mittagessen mit Sohnemann hatte ich noch Zeit, bis ich die Tochter von der Schule abholen musste. Also beschloss ich, für ne halbe Stunde ein Nickerchen zu machen... kuschelte mich aufs Sofa... Sohnemann kuschelte sich dazu... und razzfazz waren wir beide eingeschlafen.
Vorrausschauend hatte ich zuvor den Wecker am Herd in der Küche gestellt - doch wir waren so sehr ins Traumland abgetaucht, dass wir ihn beide nicht hörten, als er piepte.

Um Punkt 15:15 Uhr (zu dieser Zeit strömen die Kinder geraden aus den Klassenräumen und werden von im Flur wartenden Eltern begrüßt) schreckte ich hoch, sah auf die Uhr und schrie panisch: "Sohnemann, los! Aufwachen!!! Wir müssen Deine Schwester holen!"

Nur 7 Minuten später stürmten wir in die Schule!

So, dass war zwar knapp, aber eigentlich kein Problem, da die Kinder bei Bedarf sowieso Nachmittagsbetreuung haben, und daher einfach zum Spielen in den Pausenhof dürfen.

Heute Mittag hatte Fräulein Tochter um 12:15 Uhr Schule aus, und immer Mittwochs haben wir eine Fahrgemeinschaft mit einem Zweitklässler... ich nehme ihn mit nach Hause, dafür brauche ich Freitags nicht zu fahren.
Als ich Essen gekocht hatte und die Kirchturmuhr Zwölf schlug, kam der hungrige Liebste wie jeden Mittag zum Essen, und ich setzte mich mit ihn an den Tisch... lauschte seinen Erzählungen über die Ereignisse vom Vormittag und aß Kartoffeln mit Spargel.
Plötzlich fragte der Liebste: "Musst Du nicht unsere Tochter holen?"

Total erschrocken sah ich auf die Uhr: 12:20 Uhr!!!
Gibt´s denn sowas?!
Vor lauter Panik fing ich an, völlig kopflos in der Küche auf und ab zu laufen und laut zu jammern, derweil hatte der Liebste (der wie immer einen kühlen Kopf behält) längst seine Schuhe wieder an und fuhr los zur Schule.

O.K., es ist alles gut gegangen. Tochter und Fahrgemeinschafts-Zweitklässler wurden wohlbehalten daheim abgeliefert... mit 10 Minuten Verspätung allerdings...

Aber hey, langsam mache ich mir Sorgen!
Diese Art der Zerstreutheit kenne ich nur aus den Zeiten der Schwangerschaft/Stillzeit!
Langsam sollte ich mich wieder fangen, bevor ich meinen Ruf völlig ruiniere Schlimmeres passiert!

Kommentare:

  1. Liebe Papagena, das frühe Erwachen nennt man auch (senile Bettfucht) Schlafstörung durch zuviel Gedankenmachen über die Dinge die da anstehen. ;o)
    Ne, ich denke ernsthaft, Du hast eben momentan sehr viel am und im Kopf.
    Liebe Grüße, die Christiane

    AntwortenLöschen
  2. Nun mach dich mal nicht verrückt!!! Ist doch völlig normal! Du hast den Kopf so voll mit anderen Dingen (auch wenn du es so direkt nicht weißt), da kann (und wird) so manches noch durcheinander gehen.
    (sagt einer, der zwei Häuser gebaut hat) :-)

    AntwortenLöschen
  3. Dein letzter Absatz lässt nur einen Schluss zu: schnwanger! (hihi) Nein, Scherz beiseite. Gut , dass alles gut ausgegangen ist und vielleicht musst Du nur nen Gang zurückschalten!? Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Kopf momentan sehr voll ist, da passiert sowas schonmal.

    Ganz liebe Grüße, Sina

    AntwortenLöschen
  4. Und plötzlich ist das "übriggebliebene" Zimmer doch besetzt!! ;-)

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Ihr Lieben,
    danke für die aufmunternden Worte!

    ... und NEIN, es ist kein Baby unterwegs hier!!!

    Papagena

    AntwortenLöschen
  6. Ich kenn das von unserem Hausbau. Da ich aber nun auch langsam fortschreite altersmäßig, muß ich leider sagen, so ganz geht's nimmer weg...
    Manchmal schreck ich panisch während der Autofahrt hoch, weil die Kindelein so ruhig sind und denk:"Hab ich eins beim Supermarkt,tanken etc. vergessen?"
    Liebe Grüße,
    ich geh jetzt Kinder zählen,
    Kerstin

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Papagena,
    ich verfolge deinen Blog sehr gerne, auch wenn ich (noch) keine Kids habe, immerhin aber in einer 6-jährigen Beziehung lebe. Mein Alltag schaut daher ganz anders aus als deiner und ich frage mich oft, wie Mütter das schaffen. Danke für deine Einblicke!
    Merci auch für deinen Kommentar auf deiner Seite, würd mich freuen, wenn du auch bei mir ab und zu vorbeischaust.
    lg

    AntwortenLöschen
  8. Oh ja, diese Dinge kenne ich auch... seitdem meine Mutter vor 2 Jahren starb, ist das ganz extrem geworden. Ich war vorher immer überall bekannt für mein gutes Gedächtnis, auch im Job. Ich konnte mir immer viel merken, Auftragsnummern, Telefonnummern, Adressen, Geburtsdaten usw. usf. Aber seit 2 Jahren habe ich erhebliche Gedächtnisstörungen. Ich denke mal, das kommt von den vielen Gedanken, die ich mir seitdem über vieles machen musste. In den letzten 2 Jahren ist extrem viel auf mich eingestürmt. Und so ist die "Festplatte" wahrscheinlich voll.. Manchmal überlege ich, ob ich dieses oder jenes gemacht habe, kann mich an die Aktion echt nicht erinnern - wahrscheinlich auch, weil man vieles so "nebenher" macht... tz.
    Und wie Du schon sagst, in der Schwangerschaft und danach war es ebenso extrem bei mir! Tz!
    Na, tröstlich, daß es auch anderen so geht.
    Gratuliere auch zu den 100 Lesern!
    Viele Grüße von Ann

    AntwortenLöschen