16. Juni 2010

Die ganz große Frage

Nachdem wir nun ein Haus gekauft haben und der Umzug kurz bevor steht, taucht die ganz große Frage wieder auf: "Liebling, wollen wir noch ein Baby?"

Nein, nicht ICH stelle diese Frage - es ist mein Liebster, der mir schon des öfteren gestanden hat, dass 3 Kinder sein größter Traum wären.

Ich kann meine Gefühle diesbezüglich kaum beschreiben!

Einerseits fühle ich mich durch diese Frage geschmeichelt, denn ich empfinde es als eine  Liebeserklärung, wenn der Mann, den ich liebe, noch ein Kind möchte.
Andererseits fühle ich mich mit solch einer weitreichenden Entscheidung völlig überfordert, da ich mir den "neuen" Alltag mit Baby überhaupt nicht vorstellen könnte.

Einerseits hätten wir jetzt genügend Platz, um ein weiteres Kinderzimmer einzurichten.
Andererseits freue ich mich gerade so sehr auf mein neues Hobby "Garten", dass ich mir nicht vorstellen kann, mich wieder rund um die Uhr um einen kleinen Zwerg zu kümmern.

Einerseits liebe ich meine Kinder über alles - warum also nicht auch ein Drittes?
Andererseits fühle ich mich mit beinnahe 40 alt, verbraucht und körperlich vollkommen "verschlissen"... habe Angst vor unbändiger Erschöpfung, unkontrollierbarem Übergewicht und Nervenzusammenbrüchen...

Einerseits hätten wir all die notwendigen Dinge wie Kinderwagen, Gitterbettchen, Strampler, Windeleimer etc. griffbereit.
Andererseits bin ich doch jeden Tag so froh über die kleinen und großen Fortschritte in Richtung Selbstständigkeit meiner zwei Rabauken, dass ich mir nicht vorstellen kann, wieder bei Zero anzufangen.

Einerseits wären die zwei Rabauken jetzt in einem Alter, in dem sie sich unheimlich über ein Geschwisterchen freuen würden, und speziell meine Große hat mir schon mehrmals versprochen, sie würde mir mit Freude zur Hand gehen bei einem kleinen Baby...
Andererseits war mein Motto bisher immer: "Ich habe zwei Hände, ich habe zwei Kinder - alles Tip-Top-Paletti!"... wo sollte mir jetzt bloß eine dritte Hand wachsen?!

Ich will ehrlich sein: ich habe Angst!
Die blanke Panik!

Angst, den Alltag nicht zu schaffen
...die Nerven zu verlieren und laut zu werden
...dass der Haushalt verwahrlost
...vor Müdigkeit und Erschöpfung
...für immer fett und häßlich zu sein
...eine schlechte Mutter zu sein
...mit drei Kinder nicht mehr eingeladen zu werden
...mich als Mutter alt zu fühlen
...vor verlorenen Jahren
Angst,
 mich alleinerziehend zu fühlen, da der Liebste in der Firma eingespannt ist
... aus Einsamkeit und Kummer zu viel zu essen
... dem Kind nicht genug Liebe geben zu können
... meinen zwei Großen nicht mehr genug Aufmerksamkeit schenken zu können
... als Ehefrau zu verblassen und zum fetten Hausdrachen zu mutieren
... als Mutanten-Mutti zu vereinsamen
... an den vielen Terminen unter der Woche zu verzweifeln
... an meiner eigenen Unfähigkeit zu verzweifeln
... an meinen Selbstzweifeln zu verzweifeln
.
.
.

Was mache ich nur?
Es ist so traurig, wenn man dem geliebten Menschen seinen Herzenswunsch nicht voller Freude erfüllen kann!

Kommentare:

  1. Liebe Papagena,

    also ich habe drei. Ich möchte es auch nicht anders haben. Allerdings hab ich auch "früh" angefangen, die ersten Beiden mit 22 und 25 und mein Drittes mit 30 bekommen. Mein Mann ist selbständig und ich seh mich schon als alleinerziehend, denn wenn er abends kommt, schlafen sie und morgends sieht er nur den Jüngsten. Es ist schon so, dass man beim Dritten relaxter ist, vieles nicht mehr so eng sieht, vieles von selber läuft. Die Großen werden durch ein Kleines automatisch selbständiger, was ich als positiv in unserer Welt empfinde. Und das Baby ist ja nicht gleich sofort da, man wächst da schon rein. Aber natürlich sind da auch wieder die Seiten mit Bedürfnissen zurückschrauben, bei allen Familienmitgliedern. Die Arbeit wächst, allein die Wäsche. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob drei Kinder, oder zwei! Auch Schulprobleme, Pubertät, alles noch ein weiteres mal. Ich denke, man kann Dir da keinen Rat geben, außer: "Hör auf Deinen Bauch", DU weißt, ob Du noch eins möchtest. Und wenn man möchte, dann "wuppt" sich das schon. Ich persönlich finde das Leben mit drei Kindern wunderbar, aber ich weiß, dass ich kein Viertes schaffen würde, dass es mir zuviel würde, deshalb haben wir uns auch als "komplett" erklärt.

    Ich versuch mal Deine Ängste aus meiner Sicht zu sehen:

    # manchmal werd ich laut (manchmal öfter), was aber nicht am Dritten liegt, sondern an der Pubertät des Ersten ;),
    # manchmal ist mein Haushalt Chaos pur, manchmal tiptop,
    # manchmal bin ich müde, erschöpft (hast Du eine Oma da? )
    # jaaa, ich hab zugenommen, ich arbeite dran, immer wieder...;), meine Nachbarin hat
    Vier und die Figur von einer 16jährigen
    # ich bin für meine Kinder die beste Mutter, die ich sein kann, auch mit meinen Fehlern,
    # noch nie, nienienie, wurden wir irgendwo nicht eingeladen, wegen unserer drei Kinder
    # manchmal fühl ich mich uralt, dass ist so, wenn die Kids größer werden, manchmal fühl ich mich aber auch zu jung für sowas
    # verlorene Jahre hab ich keine, auch wenn meine "Sturm und Drang" Zeit mit Windel wechseln ausgefüllt war
    # okay, mein Mann arbeitet viel, aber he, ich bin die Oberbestimmerin zuhause!
    # es ist DEIN Kind, Du liebst es
    # Aufmerksamkeit holen sich die Großen, ich wiederhole P u b e r t ä t, von selber
    # bleib Dir treu, vernachlässige Deine Interessen und Deine Seele nicht, dann verblasst niemand
    # naja, figurtechnisch, wissen wir ja alle wie es geht;), also theoretisch
    # ganz ehrlich? manchmal wär ich gern ein bisschen einsamer...
    # also bei uns, haben wir so ein fahrsharing der Kids zum Sport, etc. und das ich nicht auf JEDEN Kiga-Abend kann, stört mich auch nicht so wahnsinnig
    # du hast zwei Kids, du hast nen Haushalt, du bist nicht unfähig

    Aber nur Du weißt, ob du noch eins möchtest. Und wenn nicht, dann ist das genau richtig für Euch. Wart doch mal den Umzug ab und den damit verbundenen Streß, schön eins nach dem anderen.

    Liebe Grüße
    Kerstin

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  2. Liebe Papagena,

    Vorweg eine ganz banale Antwort auf Deine Frage: Klar kannst Du die Karten nachmachen. Die schwirren eh zu hunderten im Netz rum und die ist bestimmt nicht orginär von mir, ich denke da kann sich niemand ein Recht auf Alleinnutz rausnehmen.

    Auf Deine schwierige, weittragende Frage gibt es natürlich nicht so eine leichte Antwort. Ich kann Dich super gut verstehen! Mir geht es schon beim 2. Kind so. Wäre ich ganz egoistisch, würde ich kein Kind mehr bekommen. Ich habe endlich im Leben das gefunden, was mir wirklich Spaß macht und stoße jetzt schon oft an meine Grenzen. Aber so es eben möglich ist, möchte ich Mats nicht als Einzelkind aufwachsen lassen, denn ich selsbt bin überglücklich eine große Familie zu haben. Und irgendwie weiß ich auch, dass meine Geduld, meine Liebe, unser Kühlschrank ein 2. auf jeden Fall wuppen.

    Beim 3. sieht es da natürlich nochmal ganz anders aus. Ich kann alle Deine Gedanken und Argumente gut nachvollziehen. Und letzztendlich wird Dir natürlich niemand bei dieser Entscheidung helfen können. Überzeugend bin ich davon, dass Du Dir keine Sorge darum machen musst, ob Du das 3. Kind genauso lieben/betreuen kannst und Deine 2 anderen nicht zu kurz kommen, das gibt sich bestimmt ganz von selbst!!!
    Ganz besonders gut nachvollziehen kann ich die Sache mit dem noch mal ganz von vorn anfangen. Hach, es ist wirklich, wirklich schwierig. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du eine Entscheidung treffen kannst, mir der Du zufrieden und glücklich und im Einklang sein kannst.

    Liebste Grüße, Sina

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  3. ui, das ist mal ein ehrliches posting. also nicht, das du sonst nicht ehrlich wärst, sondern sich ANGST einzugestehen. und DAS ist klasse.

    Was du machen kannst? ich denke, dein mann liest/hört mit :) und dann... es ist schwer, so eine entscheidung zu treffen. ich hatte immer die vier vor augen. vier sollten es sein... aber es kam kein viertes... und dann war mini drei, meine persönliche, emotionale schallgrenze für einen geschwisterabstand....nach einmal sieben jahren und einmal vierzehn monaten... drei war einfach zu viel.... dennoch war mein herz noch auf VIER gepolt.... doch dann... irgendwann... schlich sich ein klares erlebtes gefühltes... es ist gut so ... ein. und es lebt sich gut. da jetzt die entscheidung getroffen wurde (zuletzt von mir, denn mein mann wollte nur drei), lebt es sich leichter. für mich. ich bin dem alltag gegenüber offener. doch eben musste letztlich ich mich allein entscheiden... denn nun ist es endgültig.

    solange du noch hin und her gerissen bist: mach weiter so! irgendwann kommt dann ein klares JA oder NEIN. und ihr werdet alle damit glücklich leben können. davon bin ich überzeugt.

    zum schluß: es ist traurig, ja. doch ich glaube, dein liebster wäre noch trauriger, wenn du halbherzig ja sagtest und dann ein vorwurfsvolles leben führen würdest.

    einander lieben, aber eben auch sich selber lieben... das gehört zusammen, oder?

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  4. Wenn du aufrichtig geliebt wirst, wird er deine Bedenken verstehen. Was bitte soll ein Kind auf dieser Welt, dass nur von einem 100%ig gewollt war?! Ich sage nicht, dass du es nicht willst, aber die Zweifel die du hier mitteilst sprechen Bände. Als ich 40 war habe ich die Verhütung übernommen. Vasektomie und fertig. Auch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, ein Kind zu haben, dass mit 16 einen Vater hat, der 56 ist.

    Wie dem auch sei... alles, was du schreibst, lässt für mich nur einen Schluß zu: Du hast dich entschieden. Gegen ein drittes Kind. Und diesen/deinen Wunsch sollte jeder Mann respektieren.

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  5. Hallo,
    ich hoffe das Du für Dich die richtige Entscheidung treffen kannst. Wir waren nach einem Kind schon am Zweifeln ob noch ein zweites oder nicht...zumal mein lieber Mann hier den Haushalt schmeißt. Wieviele es dann überraschend geworden sind, siehst Du in meinem Profil. Und ich kann Dir heute sagen: ich bin sooo froh und stolz, und finde drei Kinder zu haben ist was ganz besonderes....
    GGLG Ute

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  6. Hi meine Liebe,
    ich kann deine Zerissenheit, diese Gegensätze gut verstehen. Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die anstehenden Entscheidungen. Wichtig ist aber auch, dass DEINE Bedürfnisse dabei nicht hintenanstehen, Liebe hin oder her...
    LG die Traumfängerin

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  7. Ach Du liebe Papagena, hat Dein liebster denn gesagt: "Entscheide hier und jetzt , sofort, mach schnell.....!"
    Laß das doch auf Dich zukommen. Nach dem Umzug bist Du erstmal mehr beschäftigt. Die 2 Süßen werden älter und selbständiger.
    Dein Liebster wird sehen, ob da noch Kapazitäten sind und Du auch.
    Und dann, redet Ihr ja auch miteinander.
    Und dann könnt Ihr eine Entscheidung treffen, die für Euch beide wirklich gut ist, und die Euch beide glücklich macht.
    Ganz liebe Grüße, die Christiane

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  8. Hach,hach,hach...............

    bei MIR ist es genau UMGEKEHRt....ICH hab Sehnsucht nach einem 3.Kind...........Göga ist_SO WIE ES IST_sehr zufrieden ...............ach Mensch,manchmal ist es sooooooooooooooooooo kompliziert*seufz*

    Ich bin sehr gespannt,wie es bei euch so weiter geht und drück dich mal ganz feste!

    gglg,sandra

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  9. Liebe Papagena!
    Ich habe vier Kinder.... und sehr oft fühle ich mich genau so, wovor du Angst hast.... und noch viel öfter fühle ich grenzenlose Liebe, Stolz und Zuneigung,Kraft und Antrieb....
    Unser viertes Kind war ungeplant und zu einem nicht gerade günstigen Zeitpunkt (aus damaliger Sicht)Heute weiß ich, dass es wohl "das Beste" war, was uns passieren hätte können. Meine drei Buben lieben ihre kleine Schwester über alles!

    Alles Liebe
    Michi

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  10. Hallo!
    Ja, diese Entscheidung ist nicht leicht.
    Ich kann Deine Bedenken und Zweifel verstehen.
    Einerseits: wenn das Kind mal da ist, läuft alles schon irgendwie. Andererseits: okay, es hat auch gewisse Nachteile...
    Ich habe 2 Kinder in großen Abständen, eines jung, eines "alt" bekommen. Eigentlich wollte ich immer 3 Kinder. Auch kurz nach der Geburt des Jüngsten wäre ich noch dafür bereit gewesen.
    Heute könnte und wollte ich das nicht mehr!
    Ich fühle mich oft auch ziemlich ausgelaugt - sicher auch aufgrund des Alters und der 2. ist auch anstrengender als das 1. Kind je gewesen ist. Was aber wiederum auch an meinem Alter liegen kann.
    Und so langsam bin ich an einem Punkt, wo ich mich nicht mehr sooo für Kinder interessiere. Hätte ich mir vor ein paar Jahren nie so vorstellen können, zumal ich immer auf Kinder fixiert war und auch immer mit Kindern arbeiten wollte.
    Ich bin auch an einem Punkt, wo ich ganz gern mal alleine bin, weil ich eben auch schon so lange Mutter bin - durch den großen Altersunterschied der Kinder bedingt.
    Aber letztendlich muß das jeder aus sich selbst heraus entscheiden. Aber trotzdem ist es ja mal interessant, die Aspekt der anderen zu lesen/hören.
    Ich bin gespannt!
    Viele liebe Grüße von Ann

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  11. Liebe Papagena!
    Uiuiuiui, da hast Du Recht, das ist schon eine tolle Liebeserklärung!Ich habe leider keine Kinder und kann Dir deshalb nicht sagen, wie es ist hin und her gerissen zu sein, zwischen Ja oder Nein.
    Aber ich bin eins von 5 Kindern. Meine Mutter bekam mich mit 23, meine Schwester mit 26, dann die nächste mit 33, die letzte Schwester mit 41 und unseren Bruder mit 45.
    (Wobei das zweite und dritte Kind geplant war.) Ich habe es immer geliebt so viele Geschwister zu haben und möchte es nicht missen.
    Ich glaube das meine Mutter manchmal echt fertig war, aber sie hätte keins von uns wieder hergegeben :)
    Ich finde Baby´s sind ein wunderbares Thema zum drüber nachdenken. Toll wenn ihr noch eins bekommt und wenn nicht habt ihr ja zwei wunderbare Schätze,gell?

    Ganz herzliche Grüße von Bianca

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  12. Liebe Papagena,
    seit einiger Zeit lese ich bei Dir mit und heute möchte ich Dir gerne einmal schreiben. Alles was Du beschreibst, kann ich gut nachvollziehen.

    Wenn gleich mich Deine Ängste eher darauf schliessen lassen, dass Du ein drittes Kind gar nicht möchtest. Die anderen "Einerseits-Punkte" haben immer nur Argumente für Deine Familienmitglieder beinhaltet. Die Ängste jedoch immer Deine Seite betroffen. Wenn Du also das Gefühl hast - und alles deutet darauf hin - dass DU kein Baby mehr möchtest, dann tu das, womit DU DICH am wohlsten fühlst !

    Du hast ja bereits 2 Kinder und DU muss mit einem neuen kleinen Erdenmensch zurecht kommen, es wär weder für Deinen Mann, noch für Deine Kinder gut, wenn Du Dich überfordert fühlen würdest und depressiv würdest. Tu als dass, was Dir am Besten tut, dann geht es auch Deinen Lieben gut !

    Und egal wie Du Dich entscheidest, versuche Dich ein wenig weniger zu sorgen und ein wenig mehr zu geniessen, was JETZT ist. Hab keine Angst dafor, was morgen sein könnte, sonst verdirbst Du Dir das Heute.

    Liebe Grüße
    Eve

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