31. Januar 2015

Warum Frau Papagena zwar keinen Putzfimmel hat, aber ständig aufräumen könnte

Wenn man Single ist, ahnt man nicht, wieviele Dinge sich in einem Familienhaushalt ansammeln können. Zu meinen Single-Zeiten ging ich tagsüber in die Arbeit, und machte am Wochenende meinen Haushalt. Mehr war auch gar nicht nötig - es war schließlich niemand da, der Sachen verstreute und Unordnung machte...
Ach, das waren Zeiten!


Es kam, wie es eben so kommt: ich verliebte mich, heiratete, bekam erst eins, und dann ein zweites Kind. Seitdem führe ich einen heimlichen Kampf gegen das große Chaos.

Ich sammel Schmutzwäsche ein und trage sie in die Waschküche, 
ich sammel leere Flaschen ein, und bringe sie in den Keller. 
Ich trenne den Hausmüll und entsorge Altpapier und Kunststoffmüll in ausgewiesene Container. 
Ich räume schmutziges Geschirr in die Spülmaschine und Sauberes wieder in die Schränke. 
Ich räume Schuhe in den Schrank und hänge Jacken an ihren Platz. 
Ich lege nasse Handschuhe auf den Ofen und Trockene in die Schubladen der jeweiligen Besitzer. 
Ich entferne leere Klopapierrollen von den Heizkörpern, stelle elektrische Zahnbürsten auf die Ladestation, hänge nasse Handtücher zum Trocknen auf, werfe Papierchen aller Art weg, hefte Malerein der Kinder in Sammelordner, zupfe trockene Blättchen von den Zimmerpflanzen und Haare aus der Bürste.
Ich stelle Stifte in den Stiftbehälter neben dem Telefon, und das Telefon auf die Ladestation zurück. 
Ich gebe DVDs in ihre Hüllen und stelle diese zurück in den Filme-Schrank. 
Ich lege Schlafanzüge auf die Betten und Bügelwäsche in die Schränke. 
Ich kehre Holzspäne und Asche vor dem Ofen zusammen, unterschreibe den Erhalt von Schul-Informationen und verstaue diese in den Schulränzen der Kinder. 
Ich gebe Gästehandtücher in die Wäsche und hänge Frische raus. 
Ich sortiere Schlittschuhe, Ski-Schuhe und Wanderstiefel, wasche Wollschals und -Mützen, klopfe die Auto-Fußmatten aus und reinige Hundenäpfe.
Ich sammel leere Batterien ein und entsorge sie.
Ich suche und finde Haarspangen, Sonnenbrillen, Ladekabel, Geldbeutel, Autoschlüssel und manchmal sogar Zahnspangen.
Ich sortiere Knetmasse und Wachsmalkreiden, Federn und Legosteinchen, Aufkleber und Loomgummis, Schokobons und Kieselsteine.

Jeden Tag.

Wenn ich das nicht mache, bricht das große Chaos wie ein Tsunami über uns herein. Und ratet mal, wer sich in unserem Vier-Personen-Haushalt als erstes unwohl fühlt?

Moi!

Wenn ich aber im Haus von oben bis unten meine Runde gedreht habe... ach, dann ist es einfach schön zu Hause!

Dann betrübt mich auch ein trübes Fenster nicht... das kommt später dran - alles zu seiner Zeit. Natürlich mache ich auch jeden Tag ETWAS sauber, aber alles lässt sich sowieso nicht schaffen.
Diesen Anspruch habe ich nicht, denn es gibt noch so viele andere Dinge, die erlebt und getan werden wollen.

Wenn jetzt der ein oder andere den Kopf schüttelt und denkt, dass ich meinem Rudel unnötig viel hinterherräume... NATÜRLICH habe ich in unserer Familie ständig ein Auge darauf, dass die Anderen beim Aufräumen mithelfen und den ein oder anderen Mist selbst wegräumen. Da gibt es gebetsmühlenartige Predigen von mir, täglich!
Vielleicht hört einfach keiner mehr richtig zu, weil ich mich doch nur immer wiederhole?
Beim Aufräumen eine Schachtel mit alten Fotos gefunden. Ich war damals 29 und mit Fräulein Tochter schwanger, als wir einen Segel-Urlaub auf Gran Canaria machten. Ach, was war mir schlecht - nicht nur vom Seegang!

Vor vielen Jahren gab es beim Möbelschweden diese kleinen Deko-Stühle aus schwarzen Metall. Ich liebe sie heute noch, wie sie auf dem Sims im Treppenhaus stehen - darüber ein Foto der Beiden im Rahmen, welches ich gleich nach dem Kauf daheim machte.
Die Bilder im Schnee hat Fräulein Tochter von mir gemacht, als wir neulich mit dem Hund draußen waren.
Dann habe ich beim Aufräumen diese alten Kataloge gefunden, der Älteste ist von 1999. Brachte es nicht über mich, die Prospekte weg zu werfen - da bin ich manchmal etwas nostalgisch.

Kommentare:

  1. Hört sich doch überall gleich an :)
    Und weisst du was?? Es lohnt sich! Die Drachrnkämpferin wird 20, bald schon. Und sie hat heute ein Auge für all dir Atbeit, die Mama jahrelang einfach so grmacht hat. Und wird es besser machen als ich :)
    Schön nicht?
    Ich liebe deine Gotos
    Herzlichst
    yase

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  2. Uiuiui das ist genau mein Thema. Seitdem ich Familie habe, will ich Minimalistin werden. Es muss einen anderen Weg geben, als dauernd aufräumen zu müssen und gegen drohendes Chaos zu kämpfen. Ich arbeite dran und bis dahin versuche ich rigoros Dinge erst gar nicht in unsere Wohnung zu lassen und mache oft entrümpelrunden. Ich entdecke dabei auch immer viele schöne Sachen und Erinnerungen, aber nicht alles heb ich dann auf ;-)

    Liebe Grüße,

    Birgit

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  3. Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich hab letzte Woche meinen neuen Job angefangen und jetzt am WE auch gearbeitet, dementsprechend kam ich nicht hinterher, wie sonst. Ausserdem ist mein Mann die letzten zwei Tage auch noch am renovieren gewesen. Weisst du wie´s hier aussieht? *waaah*
    Und morgen kommt Besuch....und ich bemühe mich in Gelassenheit.
    (nein, ich kriege nicht die Krise...*selberzured*)

    LG
    Jessi

    PS: Tolle Fotos wieder ;-)

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  4. Wieder einmal nicke ich bei jeder Zeile, die Du geschrieben hast...einen Mann, zwei Kinder, einen Hund...mehr braucht es nicht, um innerhalb weniger Stunden das Haus in einen Zustand zu versetzen, der mir Herzrasen beschert. Ich hab auch wirklich keinen Putzfimmel, aber ich muss trotzdem regelmäßig dagegen ankämpfen, nicht Sklave meines eigenen Haushalts zu werden. Deine Fotos sind wieder super! Diese beiden Metallstühle von Ikea - toll! So etwas sollten sie mal "revivaeln" beim blau-gelben-Möbel-Riesen. Hab einen schönen Rest-Sonntag!

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  5. Wir haben keinen Hund. Aber ansonsten ... ;0)))

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  6. Ich könnte auch ein Lied darüber singen. Manchmal liegt da ein gebrauchtes Trinkglas TAGELANG auf dem Wohnzimmertisch. Ich warte, und warte, und denke: Irgendjemand wird es ja schon noch stören, Karin, gib ihnen Zeit, sei nicht so pingelig. Jedes Mal wenn ich daran vorbeilaufe verkneife ich mir es selbst in den Geschirrspüler zu tun (weil sonst lernen sie's ja nicht!). Nach 3-4 Tagen bin ich schon genervt und sage "Jetzt steht dieses Glas IMMER NOCH DA!! Räumt das denn niemand ein??!! Muss alles ICH tun?". Und schon kommt einer herbeigerannt, räumt das Glas ein den Geschirrspüler und sagen "Wow, sei nicht so Aggro!"
    Deshalb haben wir erst kürzlich bestimmte Aufräum-Regeln zu Hause eingeführt, so muss ich nicht immer dieselbe Litanei sagen, und sie haben eine Liste wo sie sich daran halten können (hoffen wir mal schwer).

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